Hans Fallada

... und seine nicht ganz so berühmte Urgroßmutter


"Kleiner Mann, was nun?" Der Mann, der unter dem schriftstellerischen Pseudonym Hans Fallada berühmt wurde und ist, hieß eigentlich Rudolf Ditzen. Ob er zu seinen Lebzeiten jemals in Suhlendorf war, wissen wir nicht. Vermutlich wohl eher nicht. Und trotzdem würde es den großen Schriftsteller und Journalisten Hans Fallada ohne eine Suhlendorferin nicht geben. Und das kam so ...


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Hans Fallada um 1930,
Copyright Hans-Fallada-Archiv Carwitz
Am 21. Juli 1893 wurde Rudolf Ditzen in Greifswald geboren. Seine Eltern waren der Jurist Wilhelm Ditzen, 1852 in Malgarten geboren, und Elisabeth Lorenz (1868–1951). Elisabeth Lorenz war die Tochter von Charlotte Teichmann(1838–1932) und Otto Emil Lorenz (1838–1872), Pastor in Lüneburg. Charlotte Lorenz, geborene Teichmann wiederum war die Tochter von Friedrich Teichmann, Kanzlei-Inspektor in Celle, und Dorothea Christiane Margarethe Holekamp, die am 28. Februar 1803 in Növenthien im Kirchspiel Suhlendorf das Licht der Welt erblickte. Ihr Vater Johann Heinrich Ludolph Holekamp war zu dem Zeitpunkt Pastor in Suhlendorf. Ab 1810 war Holekamp dann Pastor in Eschede. Und darum finden Sie diese ganze Geschichte auch auf der Website der Samtgemeinde Eschede.

Dort steht zu lesen: "Als Kind hat Hans Fallada mit seinen Eltern häufig die Celler Verwandtschaft, die Großmutter Charlotte Lorenz, besucht. Auch bei ihrer unverheirateten Schwester Anna, seiner Großtante, bei der seine Mutter aufgewachsen war, war er oft zu Gast. In seinen Kindheitserinnerungen 'Damals bei uns daheim', 1942 erschienen, hat er darüber geschrieben. Auch bei seiner Schwester war er oft zu Gast.
Nach dem Krieg kehrte Fallada 1945 nach Berlin zurück. Hier starb er am 5. Februar 1947 nach schwerer Krankheit. Im selben Jahr erschien sein Buch 'Jeder stirbt für sich allein', das den mit dem Tod endenden Kampf eines Ehepaars in Berlin gegen den Nationalsozialismus beschreibt.

Aus Escheder Sicht bleibt festzuhalten: Hans Falladas Ururgroßvater Johann Heinrich Ludolf Holekamp war Anfang des 19. Jahrhunderts Pastor in Eschede. Mehr war da wohl nicht."

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Das Geburtshaus der Ururgroßmutter Hans Falladas,
Foto: Christian Wiechel-Kramüller
Und aus Suhlendorfer Sicht? Das Haus, in dem Hans Falladas Suhlendorfer Urgroßmutter lebte, steht noch: Es ist eines der ältesten Häuser Suhlendorfs, wird heute allerdings als Pferdestall genutzt. Immerhin: Seinen Künstlernamen "Fallada" entlehnte Ditzen dem Märchen "Die Gänsemagd" – der abgeschlagene Kopf eines Pferdes namens "Falada" ist darin der treue Berater einer Prinzessin, der das Schicksal übel mitgespielt hat.

Über Dorothea Christiane Margarethe Holekamp wissen wir leider nichts weiter. Wir können nur mutmaßen, dass die Pastorentochter mit dem wilden Leben ihres begabten Urenkels vielleicht nicht ganz einverstanden gewesen wäre ...