Paul Brien

Suhlendorf in Aquarellen


Manche Suhlendorfer können sich vielleicht noch selbst an ihn erinnern, andere kennen ihn nur aus Erzählungen: den Mann, der bis zu Beginn der 50er-Jahre mit seiner Staffelei oft auf Suhlendorfs Straßen zu sehen war. Mit feiner Hand hielt er besondere Ansichten und Momente des Dorfs und der Umgebung in seinen Aquarellen fest. Das war Paul Brien – im Hauptberuf Lehrer und Schulleiter.

Bild "Kultur:Suhlendorfer_Kirche_Aquarell_Brien_1946_klein.jpg"
Die Suhlendorfer Kirche – wie sie Paul Brien 1946 sah.
Sein Aquarell hält die Atmosphäre eines Sommertags auf
dem Land fest – bitte anklicken!
Foto: Christian Wiechel-Kramüller
Nach Flucht und Vertreibung hatte Paul Brien in der Nachkriegszeit in Suhlendorf eine neue Heimat gefunden. Bis zu seinem Tod, am 23. April 1952, war er Schulleiter des Suhlendorfer Progymnasiums, einer privaten neusprachlichen Oberschule, die bis 1960 Bestand hatte. In Ostpreußen war Brien als Studienrat am königlichen Hufengymnasium in Königsberg tätig gewesen, einer der renommiertesten Schulen Preußens. Hier gingen nicht nur bekannte Persönlichkeiten wie Heinz Sielmann zur Schule – auch unter den Lehrern finden sich große Namen: Zu den bekanntesten Pädagogen der Einrichtung zählen Emil Stumpp, einer der einflussreichsten Pressezeichner der Weimarer Republik, und der Lyriker und Prosaschriftsteller Ernst Wiechert. In diesem künstlerischen Klima wirkte auch Paul Brien nicht nur als Lehrer, sondern ebenso als sehr begabter Maler.

Bild "Kultur:Paul_Brien.jpg"
Paul Brien Anfang der 1950er-Jahre.
Foto: Adelheid Waschkuhn, ehemalige Schülerin des
Progymnasiums
Wir verdanken ihm kunstvolle Aquarelle, die nicht nur die Schönheit unserer Landschaft in einer längst vergangenen Zeit festhalten, sondern komplexe Stimmungen einfangen, das strahlende Sonnenlicht und die tanzenden Schatten auf der staubigen Dorfstraße, den leisen Wind in den Bäumen vor der warm beschienenen Fassade der Suhlendorfer Kirche. Zarte, ruhige, aber auch kraftvolle Ansichten, die von seinem besonderen Blick zeugen, aber auch von Liebe zu dieser Landschaft.

Die Redaktion des Wipperau-Kuriers versucht erstmals, Paul Briens Gesamtwerk zu dokumentieren und festzuhalten, ehe es vergessen wird. Falls Sie einen „echten Brien“ zu Hause haben – oder nicht sicher sind, ob Ihr Bild von Brien sein könnte: Melden Sie sich bei der Redaktion! Das Bild wird dann zu Dokumentationszwecken professionell abfotografiert – das Original bleibt selbstverständlich unbeschadet in Ihrem Besitz.

Kontakt:
redaktion@wipperau-kurier.de