Wilhelm Beindorf

Ausstellungen weltweit: ein Künstler aus Suhlendorf


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Der Maler Wilhelm Beindorf in einem Selbstporträt,
Copyright: Stadt Marktleuthen
Das wussten Sie gar nicht? Suhlendorf hat einen zu seiner Zeit in Künstlerkreisen sehr bekannten Maler hervorgebracht: Wilhelm Beindorf blickte bereits als junger Mann in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts auf internationale Auftragsarbeiten zurück. Die Weltkriege brachten seine vielversprechende Karriere ins Stocken. Heute finden seine Werke wieder vermehrt Beachtung.

Herman Wilhelm Beindorf wurde am 29. März 1887 in Suhlendorf als Sohn eines Kaufmanns geboren. Bereits mit 15 Jahren begann er eine Ausbildung bei Professor Bruno Wiese, dem Hofmaler von Carl Eduard Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha. Im Anschluss daran ging Beindorf an die Kunstakademie in Berlin und später nach München – Kunstmetropolen, in denen damals junge expressionistische Maler den Aufstand gegen die etablierte Malerei probten.

Doch Beindorf blieb dem Impressionismus treu. Zeit seines Lebens arbeitete er gegenständlich – mit Erfolg. So war der junge Künstler im Jahr 1914 gerade mit Porträt-Aufträgen in Lettlands Hauptstadt Riga beschäftigt, als der Erste Weltkrieg ausbrach. Es war Beindorf nicht mehr möglich, nach Deutschland zurückzureisen, er wurde in Sibirien interniert.

Mit dem Ende des Krieges nahm er seine Tätigkeit als freier Künstler in Berlin auf, wo er an seine alten Erfolge anknüpfte. Als Vorstandsmitglied der „Juryfreie Kunstschau-Berlin“, einer Arbeitsgemeinschaft, der auch Wassily Kandinsky angehörte, hatte Beindorf zahlreiche internationale Ausstellungen, zum Beispiel in Kairo, Stockholm, Venedig oder Buenos Aires.

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Beindorfs „Muschelbläser“ entstand auf Hawaii,
Copyright: Stadt Marktleuthen
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges kam Beindorf mit seiner Familie als Heimatvertriebener ins bayerische Städtchen Marktleuthen. Die kargen Nachkriegsjahre machten einen künstlerischen Neustart schwer und so hielt er sich mit Vorträgen und Zeichenunterricht über Wasser. Von 1946 bis 1948 gab er auch Rudi Tröger, heute emeritierter Professor an der Akademie der Bildenden Künste in München, kostenlosen Malunterricht. Ein „Geschenk des Himmels“ für Tröger; er schildert Beindorf als stillen, zurückgezogen lebenden, freundlichen und umfassend gebildeten Mann, der seine Arbeit liebte.
1955 folgte Wilhelm Beindorf mit seiner Frau der einzigen Tochter und deren amerikanischem Mann nach Hawaii. Leben und Natur auf Hawaii inspirierten Beindorf zu zahlreichen farbintensiven Werken, darunter sein heute bekanntestes Bild, der „Muschelbläser“.

1962 kehrte Beindorf wieder nach Marktleuthen zurück und verstarb dort am 22. März 1969. Bis heute sind zahlreiche seiner Werke in Museen, Galerien und Kunsthandlungen mit dem Hinweis „Beindorf, Suhlendorf/Marktleuthen“ gekennzeichnet.